Therapie- und Fördermöglichkeiten

Der Schwerpunkt der Therapie bei Kindern mit frühkindlichem Autismus liegt in der Kommunikationsförderung (Sprachaufbau, Bild- und Symbolkommunikation, Gebärdensprache, etc.), der Verbesserung des Sozialverhaltens, der Spielförderung, der Wahrnehmungsförderung, der Erweiterung der Handlungskompetenzen sowie der Bearbeitung sekundärer Verhaltensprobleme.

Da über das Zusammenwirken der verschiedenen verursachenden Faktoren bei Autismus noch keine Klarheit herrscht, ist eine kausale Therapie nicht möglich. Da zusätzlich die Ausprägung einer autistischen Störung sehr unterschiedlich sein kann, erfordert dies zwangsläufig ein Vorgehen, das sich am Einzelfall und dem jeweiligen Entwicklungsstand orientiert.

In jedem Falle erscheint ein mehrdimensionaler Ansatz sinnvoll zu sein.

Die möglichen Therapieverfahren zur Behandlung von Autismus nehmen immer weiter zu und sind besonders für Eltern schwer zu bewerten. Von Seiten der AMERICAN AUTISM SOCIETY wurde daher ein 7-Punkte-Plan erstellt, der für Eltern und Fachleute eine Orientierungshilfe bieten soll. Die „Grundsätze zur Bewertung neuer Therapien“ lauten wie folgt:

1. Jeder neuen Therapie sollte man mit hoffnungsvoller Skepsis begegnen.

2. Besondere Skepsis ist angebracht, wenn eine Methode beansprucht, bei jeder Form von Autismus oder bei jedem Betroffenen zu wirken.

3. Vorsicht mit allen Methoden, die die Individualität missachten und dem Betroffenen schaden können.

4. Immer daran denken, dass jede Methode nur eine von mehreren Möglichkeiten darstellt.

5. Jeder Behandlung kann nur nach einer individuellen Untersuchung eingesetzt werden, die ihre Angemessenheit prüfen soll.

6. Über neue Therapiemethoden wird oft recht oberflächlich diskutiert: Vorsicht, wenn die Debatte auf die moralische Ebene gerät.

7. Neue Behandlungsmethoden müssen wissenschaftlich evaluiert sein.

(Quelle: Remschmidt, 1998)



Die ÖSTERREICHISCHE AUTISTENHILFE „ÖAH“ ist gerne bereit, Ihnen weitere Informationen zu geben, Ihre Fragen zu beantworten und Sie in Ihrer Arbeit zu unterstützen. Im Rahmen unserer Familienberatungsstelle können sich betroffene Eltern Rat und Unterstützung holen.




Tipps für Eltern

Die DGKJP (Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie) hat für Eltern autistischer Kinder Empfehlungen zusammengestellt. Diese sind ausführlich im Ratgeber autistische Störungen (Poustka et al., 2004; siehe dazu Literaturempfehlungen) veröffentlicht. Dazu gehören neben konkreten Hinweisen zu Diagnostik und Therapie Grundsätze wie:

  1. Versuchen Sie, die Erkrankung Ihres Kindes zu akzeptieren und zu verstehen.

  2. Informieren Sie sich! Organisieren Sie Hilfen, Therapien und Unterbringung.

  3. Fördern Sie Ihr Kind, trauen Sie ihm etwas zu und hemmen Sie nicht seine Entwicklung. Aber verlangen Sie auch nicht zuviel von ihm.

  4. Setzen Sie realistische Therapieziele an. So werden Fortschritte schneller sichtbar.

  5. Stellen Sie sich auf familiäre Probleme ein.

  6. Geben Sie nicht dem Kind, sich selbst oder anderen die Schuld für die entstandene Situation. Versuchen Sie, die Probleme zu lösen und damit umzugehen, auch wenn dies zunächst aussichtslos erscheint.

  7. Kümmern Sie sich auch um sich selbst, verschaffen Sie sich Entspannung! Versuchen Sie auch weiterhin, Ihren Hobbys nachzugehen und Freunde zu treffen.



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