Das Asperger-Syndrom. Ein Referat von Felix

Was ist das Asperger-Syndrom?

Das Asperger-Syndrom ist eine tiefgreifende Entwicklungsstörung, eine Form des Autismus und keine Krankheit. Doch was ist das Asperger-Syndrom dann und gibt es auch noch andere Formen die eine Untergruppe von Autismus sind?


Andere Formen von Autismus:

Ich finde jeder kann das Asperger-Syndrom bezeichnen wie er möchte, wenn es einer als “Krankheit“ oder auch als “Syndrom“ bezeichnen will, soll er es tun. Aber ich finde es gibt eine bessere Bezeichnung, nämlich „Wrong Planet Syndrom“ (deutsch: Falscher Planet Syndrom).

Gibt es eine Heilung?

Die Frage ob es eine Heilung gibt, ist eine der ersten Fragen, die aufkommen und es gibt eine einfache Antwort und diese lautet: “Nein, es gibt keine Heilung.“ Da das Asperger-Syndrom keine Krankheit ist finde ich die Bezeichnung “Wesensart“ wesentlich besser, da Asperger-Menschen in unserer Welt leben und doch in ihrer eigenen. Sie haben also quasi eine Welt in der Welt und deshalb ist die Bezeichnung “Wesensart“ besser dafür geeignet, weil sie eigentlich ein eigenes Wesen sind.

Wie zeigt sich das Asperger-Syndrom?

Das Asperger-Syndrom zeigt sich bei den betroffenen Personen in den Bereichen der sozialen Kommunikation, sozialen Interaktion und im Bereich des sozialen Verständnisses. Allerdings zeigt sich das Asperger-Syndrom nicht an einem äußeren Erscheinungsbild.
Außerdem haben Aspies eine andere Verarbeitung von Sinnesreizen.
Autisten und somit Personen mit der Diagnose Asperger-Syndrom haben eher keine sprachlichen Probleme, da sie einen sehr großen Wortschatz besitzen. Allerdings gilt für diesen Punkt eine Ausnahme: Manche Autisten können gar nicht sprechen bzw. haben doch Schwierigkeiten mit der Grammatik, Rechtschreibung, Aussprache und auch mit dem Wortschatz.
Grundsätzlich gilt: “Kein Autist ist wie der andere“
Da sie eine andere Verarbeitung von Sinnesreizen haben, verstehen Asperger-Autisten manche Sachen nicht.
Hier ein Beispiel: “Felix, ein Schüler mit Asperger-Syndrom geht in die Schulbibliothek. Dort sieht er ein Schild, auf dem steht: “Bitte leise reden”. Er ist verwirrt und fragt er sich, mit wem er denn jetzt leise reden soll und wieso. Er wollte nur lesen.
Eigentlich war mit diesem Schild nur gemeint, dass wenn man redet, bitte leise reden soll. Doch dies verstehen Menschen mit Autismus leider nicht immer. Dies liegt daran, dass Menschen mit Asperger Syndrom Aussagen/Informationen wörtlich nehmen, deshalb verstehen sie auch nicht immer Witze und ironische Aussagen.
Personen mit Asperger haben meist auch sehr intensive und spezielle Interessen.

Entstehung vom Asperger-Syndrom

Das Asperger-Syndrom entsteht vor/um oder nach der Geburt durch Komplikationen bei der frühen Gehirnentwicklung. Dies bedingt eine Andersartigkeit der Wahrnehmung und Informationsverarbeitung, was Vor- und Nachteile hat. Welche Vorteile das sind möchte ich hier nicht erläutern, da jeder eine andere Sicht auf diese Vor- und Nachteile hat.

Die Diagnose des Asperger-Syndroms

Die Diagnose des Asperger-Syndroms ist nicht einfach, denn bei jeder Person zeigt sich das Asperger-Syndrom anders. Es gibt aber bestimmte Diagnosekriterien, bei denen man Verwandte (z.B. Eltern) befragt welche von diesen Symptomen auf das Kind zutreffen und wenn dann eine bestimmte Anzahl bei jedem der Diagnosekriterien zutreffen ist es sehr wahrscheinlich, dass das Kind das Asperger-Syndrom hat. Aber es gibt auch noch andere Tests, die direkt an der zu diagnostizierenden Person durchgeführt werden, wie zum Beispiel eine Verhaltensbeobachtung.
Doch wie sehen diese Diagnosekriterien aus und wer hat sie erstellt?
Es gibt unterschiedlichste Diagnosekriterien. Eine der bekanntesten sind die Diagnosekriterien von Gillberg. Erstellt wurden diese 1988 auf einer Konferenz in London und 1991 wurden sie dann auch unter anderem von Gillberg überarbeitet.

Diagnosekriterien für das Asperger-Syndrom nach Gillberg:

Soziale Beeinträchtigung

(extreme Ichbezogenheit)

Mindestens zwei der folgenden Merkmale:

  • Schwierigkeiten, mit Gleichaltrigen zu interagieren
  • mangelnder Wunsch, mit Gleichaltrigen zu interagieren
  • Schwierigkeiten, soziale Signale zu verstehen
  • sozial und emotional unangemessenes Verhalten
Eingegrenzte Interessen Mindestens eins der folgenden Merkmale:

  • Ausschluss anderer Aktivitäten
  • repetitives Befolgen der Aktivität
  • mehr Routine als Bedeutung
Repetitive Routinen Mindestens eins der folgenden Merkmale:

  • die jeden Lebensbereich des Betroffenen beeinflussen
  • die andere beeinflussen
Besonderheiten der Sprache und Rede Mindestens drei der folgenden Merkmale:

  • verzögerte Entwicklung
  • (oberflächlich gesehen) perfekter Sprachausdruck
  • formelle, pedantische Sprache
  • eigenwillige Prosodie, besondere Stimmmerkmale
  • beeinträchtigtes Verständnis, einschließlich Fehlinterpretationen von wörtlichen/implizierten Bedeutungen
Nonverbale Kommunikationsprobleme Mindestens eins der folgenden Merkmale:

  • begrenzte Gestik
  • unbeholfene/linkische Körpersprache
  • begrenzte Mimik
  • unangemessener Gesichtsausdruck
  • eigenartig starrer Blick
Motorische Unbeholfenheit Schlechtes Abschneiden in Tests zur Untersuchung der neurologischen Entwicklung

Neben den Diagnosekriterien von Gillberg, gibt es noch andere wie „Diagnosekriterien für die Asperger-Störung nach DSM-IV (TR).

Und was sieht dann die endgültige Diagnose auf Papier aus?

Nach ewigen Information über die zu diagnostizierende Person, die angewandten Verfahren, sowie die Ergebnisse der Verfahren steht dann auf der vorletzten Seite vor einer kurzen Zusammenfassung: “ Die Testergebnisse deuten auf das Vorliegen einer Autismus-Spektrum Störung im Sinne des Asperger-Syndroms (ICD-10, F84.5) hin.“

Mädchen und das Asperger-Syndrom

Mädchen und Jungs haben einen Unterschied beim Asperger-Syndrom.

Doch warum ist dies so?
Viele Mädchen, die das Asperger-Syndrom haben merken, schon in der frühen Kindheit, wenn sie Kontakt mit anderen Kindern haben, dass sie anders sind. Und da sie eben merken, dass sie anders sind, beginnen sie schon früh sich zu merken, wie die „normalen“ Personen bzw. Kinder in Situationen reagieren und beginnen es dann bei sich selbst in diesen Situationen anzuwenden, indem sie es einfach von den Personen/Kinder wo sie es gesehen haben, kopieren.

Deshalb spricht man auch bei den Mädchen auch davon, dass sie Tarnstrategien beherrschen.
Sie haben also ein zweites Gesicht, wenn sie mit anderen spielen zeigen sie meist das glückliche Gesicht und meist haben sie bei Spielen auch einen Partner, der für sie antwortet bzw. die Aufgaben ausführt. Und wenn sie alleine sind haben sie nicht immer dieses glückliche Gesicht.

Freundschaften bei Mädchen mit Asperger-Syndrom
Mädchen mit Asperger-Syndrom führen meist weniger „zickige“ und auch weniger „schwierige“ Freundschaften als andere Mädchen. Und auch Jungen neigen dazu Freundschaften mit einem „unkomplizierten“, sozial naiven, aber sicherem Mädchen einzugehen, da sie eben meist weniger zickig sind. Obwohl das kognitive1 und sprachliche Profil von Mädchen und Jungs dasselbe ist, sind die Spezialinteressen bei Mädchen meist weniger exzentrisch. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Mädchen sich, wie auch manche andere Mädchen mit Pferden beschäftigt. Doch es kann vorkommen, dass es sich seine Matratze nimmt und sich neben das Pferd legt, damit das Mädchen an der Seite von Pferd schlafen kann. Und wenn sich Mädchen für Puppen interessiert, hat es vielleicht 50-Barbie Puppen, jedoch ist es sehr unwahrscheinlich, dass es andere Mädchen/Buben2 mit den Puppen spielen lässt.

1 Definition: das Wahrnehmen, Denken, Erkennen betreffend

2 Buben deshalb, weil auch Buben mit Puppen spielen können

Namensgeber

Vielleicht kennen Sie den Mann am Bild. Er ist der Namensgeber vom Asperger-Syndrom: Hans Asperger, denn im April bzw. Mai 2018 war er stark in den Medien vertreten da man durch neue Forschungen herausgefunden hatte, das er angeblich am Spiegelgrund (heutiger Standort des Otto Wagner Spitals) in der Zeit des Nationalsozialismus Kindern schlechtere Diagnosen stellte und sie deshalb dann teils leider auch in den Tod geschickt hatte. Dies ist, falls es wirklich so war, die negative Seite von ihm.

Asperger (* 18. Februar 1906 Wien, † 21. Oktober 1980 Wien) war der Erstbeschreiber des Asperger-Syndroms. Gewohnt hat er im 7.Bezirk in der Burggasse 88 und begraben wurde er am Hietzinger Friedhof.

Studiert hat er an der Universität Wien, später arbeitete er dann als Kinderarzt am Spiegelgrund wo er sich auch mit Verhaltensweisen von Kindern beschäftigte. Später hat man diese speziellen Verhaltensweisen mit seinem Namen Asperger benannt. Und so kam der Name Asperger-Syndrom zustande.

Asperger-Syndrom in Zahlen

Es ist ganz wichtig zu wissen, dass es keine genauen Zahlen gibt, wie viele Personen am Asperger-Syndrom haben.

Wenn man die Kriterien Gillbergs verwendet, beträgt die Häufigkeit 36 bis 48 Kinder pro 10.000 Kindern. In Österreich sind ca. 80.000 Menschen von Autismus betroffen, knapp mehr als die Hälfte besitzt die schwache Form Asperger-Syndrom.

Man kann nicht sagen, dass die Anzahl der Personen, die das Asperger-Syndrom besitzen in den vergangenen Jahren in gestiegen ist.

 

Bilder:

Abbildung von Hans Asperger im Abschnitt „Namensgeber“: http://www.hans-asperger-stiftung.ch/inc/inhalt/bilder/Portraitfoto_Hans_Asperger.jpg

 

 

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