Jeder ist anders, aber dennoch ein Mensch

Jeder ist anders, aber dennoch ein Mensch. Diskriminierung, Rassismus, Angriffe auf behinderte Personen, Angriffe auf geistig eingeschränkte Personen, Angriffe auf Menschen mit Down-Syndrom haben keinen Platz in der Gesellschaft, doch es passiert leider immer wieder. 

Rassismus, Diskriminierung haben in der heutigen Gesellschaft, der Gesellschaft des 21.Jahrhunderts keinen Platz. Aber dennoch gibt es genug Vorfälle in denen Ausländer, Menschen mit einer anderen Hautfarbe, (geistig) behinderte oder sonstige Personen beleidigt oder verletzt werden, nur weil sie anders sind, als der „Täter“. 

Wir alle blicken zurzeit wenn wir das Thema Rassismus und Polizeigewalt hören in die USA, wo am 25.Mai 2020 George Floyd, ein Afroamerikaner von einem weißen Polizisten umgebracht wurde. Der Polizist kniete 8 Minuten und 46 Sekunden auf dem Hals von George Floyd und dieser erstickte dadurch. Seine letzten Worte “I can’t breath” (Ich kann nicht atmen) wurden zum Spruch der weltweiten Protestbewegung gegen Rassismus und Diskriminierung “Black lives matters”. 

Doch der Tod von Floyd und weiteren Afroamerikanern in den USA durch Polizeigewalt war nicht der einzige Grund, weshalb ich diesen Artikel hier verfasse. Mich hat auch ein Fall der am 13.6 bei der “Adria” in Wien geschehen ist, zum Verfassen dieses Artikels bewegt. Denn am Samstag wurde ein 26-jähriger Mann, der zugleich Mitarbeiter von der “Adria” ist, von einer Gruppe ausländischer Mitbürger angegriffen. Sie bedrohten, belästigten und würgten ihn , so seine Schwester auf Facebook. Er ist zwar glücklicherweise ohne schwere Verletzungen davongekommen, allerdings muss es schon ein großer Schock gewesen sein. Der Auslöser für diesen Vorfall war vermutlich, dass die Gruppe der ausländischen Menschen, die auch noch stark alkoholisiert waren, ihn anscheinend nicht akzeptieren wollten, da er Down-Syndrom (Trisomie 21) hat. 

Doch warum erzähle ich das alles? Ich erzähle es, weil die Person der Sohn von einer mir bekannten Person ist und ich zeigen möchte, dass Diskriminierung und Verachtung bestimmter Personengruppen keinen Platz in der heutigen Gesellschaft hat. Zunächst ist er auch eine sehr liebe Person, aber er leistet auch in der Adria, neben seiner Tätigkeit als Kellner, großartiges. Jeden Morgen räumt er den Müll bei der Adria weg, den Betrunkene nachts hinterlassen, da der Bereich des Donaukanals als Partymeile verwendet wird. 

Aber kommen wir nochmal zurück zum Thema Rassismus und den Vorfällen in den USA. Es ist schlimm was dort passiert ist und die Proteste bewirken immerhin ein wenig. Dennoch gibt es nicht nur in den USA Polizeigewalt, sondern auch bei uns in Österreich wie ein Bericht von Amnesty International zeigt:

“P. ist mexikanischer Staatsbürger. Er arbeitet als Sanitäter in Österreich. Im Juni 2006 feiert er mit FreundInnen am Donauinselfest, die er im Gedränge verliert. Da er sich in Wien nicht gut auskennt, fragt er zwei Polizisten nach dem Weg zur nächstgelegenen U-Bahn-Station. Einer der Beamten erwidert in äußerst aggressivem Ton: „Schleich dich! Verschwind, du Scheißausländer!“ P. entgegnet, dass er als Hilfesuchender nicht so behandelt werden wolle, und verlangt den Namen und die Dienstnummer des Beamten. Daraufhin sagt der andere zu ihm: „Schleich dich – oder wir verhaften dich, du kleiner Scheißer!“ P. betont nochmals, dass die Polizei dazu da sei, Menschen zu helfen, worauf ihn die beiden Beamten packen, zu Boden reißen und ihm eine tiefe Wunde an der rechten Hand, Prellungen am linken Arm und an der rechten Hüfte zufügen. Die Beamten warnen ihn: „Beweg dich nicht, du Scheißausländer!“ Sie legen ihm Handschellen an und führen ihn zu einem provisorischen Wachzimmer. Ein vorgesetzter Beamter befiehlt den beiden, die Handschellen zu lockern und P. zum Polizeikommissariat Donaustadt zu bringen. Im Wagen wird P. laut eigenen Aussagen erneut geschlagen und rassistisch beleidigt. Um zwei Uhr nachts kann P. das Wachzimmer verlassen, davor bekommt er noch die Dienstnummern der beiden Beamten. Am nächsten Tag geht P. ins Krankenhaus, wo ein Arzt seine Verletzungen feststellt. P. erhält eine Strafverfügung wegen aggressiven Verhaltens gegenüber Beamten in der Höhe von 140 Euro. Mit Unterstützung der NGO ZARA bringt P. eine Beschwerde gegen die Beamten bei der Staatsanwaltschaft ein. Der Staatsanwalt legt die Anzeige aus Mangel an Beweisen zurück. Gegen P. wird jedoch Anzeige wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt erhoben. Eine erste Verhandlung ohne Ergebnis findet im Mai 2007 statt. Anfang des Jahres 2008 wird P. freigesprochen, beinahe zwei Jahre nachdem sich der Vorfall zugetragen hat.”

(Quelle: https://www.amnesty.at/media/2387/oesterreich_opfer-oder-verdaechtige.pdf, S. 38 [Zugriff am: 16.Juni 2020])

Dieser Vorfall zeigt doch , dass auch in Österreich etwas deutlich schief gegangen ist. Gewalt, Rassismus und Diskriminierung sollte es einfach nicht geben und schon gar nicht von Exekutivbeamten. Neben Rassismus bei der Polizei gibt es aber auch Fälle, bei denen Ausländer auch tödliche Polizeigewalt erfahren musste, wie man einem Artikel aus dem Profil entnehmen kann. 

Autismus und Diskriminierung

Auch uns Autisten betrifft Diskriminierung immer wieder. Wir werden von manchen Menschen leider so angesehen, als würden wir keine “normalen” Menschen sein. Sie wollen nichts mit uns zu tun haben und würden uns am liebsten auf eine Sonderschule geben. Dies sagte auch ein Mitschüler mehrmals zu mir. Aber die meisten Schüler meiner Schule haben kein Problem mit uns Autisten. Zumindest habe ich keinen weiteren kennengelernt. Die ganzen Vorurteile, die über Autismus kursieren machen die Diskriminierung von Autisten allerdings auch nicht weniger. 

Doch was bedeutet der Spruch „Jeder ist anders, aber dennoch ein Mensch“ jetzt?

“Jeder ist anders, aber dennoch ein Mensch” bedeutet für mich, dass wir alle Menschen sind, egal ob wir eine Behinderung oder unterschiedliche Hautfarben, unterschiedliches Aussehen, Bräuche, etc. haben. Rassismus und sonstige abwertende Formen gegenüber anderen Menschen darf es heutzutage nicht mehr geben, doch leider ist das nicht so. Auch die Diskriminierung gegenüber Personen, die der LGBTIQ-Community angehören darf es nicht geben. Denn ist es nicht egal, wen man liebt und mit wem man zusammen bzw. verheiratet ist, welche Bräuche oder welches Aussehen man hat? Und ist es nicht auch egal ob man eine Behinderung hat oder nicht?

 

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