Rückblick auf das Home-Schooling

Am 3.6.2020 begann der Unterricht wieder in den Oberstufen der österreichischen Schulen, die Unterstufe und Volksschulen starteten ja bereits am 18.5. Doch wie lief das Distance-Learning während Corona?

Anfang März hätten wir uns alle nicht denken können, dass der Coronavirus ganz Österreich einnehmen wird. Einige haben es vielleicht geahnt, aber wirklich wahrhaben wollte es niemand. Und zumindest ich glaubte nicht, dass die Schulen dann auch geschlossen werden würden. Jedenfalls nicht bis zum 10.3., dem Tag meiner letzten Schularbeit in diesem Schuljahr. Denn ab diesem Tag gingen bei uns schon die Gerüchte und Gespräche herum, dass die Schulen geschlossen werden, was sich ja bereits am Folgetag (11.3.) bestätigte. Hier wurde dann bekannt gegeben, dass ab 16.3. die Schulen geschlossen werden und der Unterricht auf Distance-Learning umgestellt wird. 

Doch wie war die Zeit während des Distance Learnings? Was hat gut funktioniert und was hat sogar Probleme bereitet? Eine Rückblick auf eine Zeit, die wir Schüler sicher noch unseren Kindern erzählen werden. Grundsätzlich möchte ich vor Beginn dieses Artikel sagen, dass es Aussagen aus meiner Sicht sind und auch nur meine Schule bzw. größtenteils sogar nur meine Klasse betreffen. Ich kann hier nichts Allgemeines über alle Schulen sagen, da ich ja eben nur an einer bin. Sollte das Wort “wir/uns” vorkommen ist meine Klasse gemeint. 

Wir haben bereits vor Beginn der Schulsperren eine Einführung auf Moodle* bekommen, da den Schulen bereits gesagt wurde, dass sie eine mögliche Schulschließung vorbereiten sollten. Die Einführung war gut und funktionierte problemlos, sodass wir gleich am 16.3.2020 unsere Aufgaben auf Moodle abrufen konnten, sofern wir da schon welche hatten – auch die meisten Lehrpersonen mussten sich noch einarbeiten. 

* Moodle ist die Plattform, wo wir unsere Aufgaben bekamen

 Wie bekamen wir die Aufgaben?

Von Beginn an haben wir die Aufgaben über Moodle bekommen, außer in Deutsch, dort erhielten wir sie bis ca. Ostern noch per Mail, danach dann auch über Moodle, was die Übersicht über die noch offenen Aufgaben erleichterte. Denn wenn man die Aufgaben über unterschiedliche Medien bekommt, hat man kaum noch eine Ahnung, was man noch machen muss. 

Was hat gut funktioniert?

Die Übermittlung der Aufgaben über Moodle hat von Beginn, eben auch wegen der Einführung, gut funktioniert und wir haben zwar am Anfang noch zu viele Aufgaben bekommen, da man einfach nicht sagen konnte, wie viel wir schaffen. Später aber hatten wir dann Aufgaben die zu bewältigen waren, also nicht zu viele.  Gut funktioniert haben auch die Videokonferenzen, zumindest die über Microsoft Teams und Zoom, die bei uns auch kurz vor Ostern begonnen haben. In Mathematik hatten wir die Konferenzen entsprechend der Unterrichtsstunden, also zwei Mal pro Woche. Auch in Latein fanden sie regelmäßig statt.

 Was hat schlecht funktioniert?

Von schulischer Seite hat eigentlich alles gut funktioniert, außer vielleicht eben die anfangs unterschiedlichen Kommunikationsmittel für Aufgaben, was sich aber eben später gebessert hat. Wir hatten auch Videokonferenzen, die direkt über Moodle gemacht wurden, dort gab es leider bei vielen Schülerinnen und Schülern Probleme, da sie selbst nicht reden konnten, weil es technische Probleme gab oder sie gar nicht beitreten konnten.

Schlecht funktioniert hat allerdings die Bereitstellung von Informationen, was aber vor allem daran gelegen hat, dass die Bundesregierung und das Ministerium Informationen für Schulen langsam herausgegeben hat. Das soll jetzt keine Kritik sein, aber ich hätte mir dennoch gewünscht, dass teilweise genauere Informationen für Schulen von der Bundesregierung oder dem Ministerium gekommen wären.

 Vorteile des Home-Schoolings

Ein sehr großer Vorteil war, dass man sich die Zeit, wann man was macht, relativ frei einteilen und auch mal einen Tag nichts machen konnte, was während des Schulbetriebs, wie vor der Corona-Krise, nicht möglich gewesen wäre. Durch die freie Zeiteinteilung war es auch möglich sich täglich eine Mittagspause zu nehmen. 

Dadurch, dass wir alle unsere Aufgaben (außer die wo es nicht möglich war) am Computer erledigen mussten, habe ich sehr viel in den Programmen Word, Excel und GeoGebra dazugelernt. Praktisch fand ich auch, dass man die Aufgaben bis zur endgültigen Deadline immer, rund um die Uhr abgeben konnte und nicht nur in dem Zeitraum, wo man normalerweise in der Schule ist. Ich konnte mich auch besser konzentrieren, wenn wir Video-Unterricht mit einer Lehrperson hatten. Vielleicht auch, weil ich allein zuhause war und mich niemand ablenken konnte. Aber Videokonferenzen können Face to Face Unterricht nicht ersetzen, wie ich finde, da das Persönliche einfach fehlt. 

Nachteile des Home-Schoolings

Auch wenn ich es gewohnt war, viel vor dem Laptop zu sitzen, da wir seit diesem Schuljahr eine freiwillige Laptopklasse sind, war jetzt die Zeit, die ich von 16.3. bis 29.5. vor dem Bildschirm verbracht habe, deutlich höher. Das teilweise ganztägige Arbeiten am Computer hat bei mir das ein oder andere Mal zu Kopfschmerzen geführt. 

Ich hatte das Gefühl ständig für Lehrpersonen erreichbar sein zu müssen, da wir viele Mails bekommen haben und auch auf manche antworten mussten. Auch hat man ständig geschaut, ob man auf Moodle neue Arbeitsaufträge bekommen hat und stand immer unter dem Gedanken “Habe ich neue Aufgaben? Was muss ich machen?”. Ich hatte das Gefühl ständig unter Strom zu stehen. 

 Umfrage zum Home-Schooling

Ich habe eine Umfrage zum Home-Schooling erstellt. Sollten Sie einen Sohn/eine Tochter haben würde mich freuen, wenn er/sie diese ausfüllen könnte. Solltest du eine Schülerin/ein Schüler sein würde ich mich auch freuen, wenn du die Umfrage ausfüllen könntest.

Hinweis: An der Umfrage darf und kann jede/jeder teilnehmen. Eine Teilnahme an der Umfrage ist bis 30.08.2020 um 23:30h möglich. Es ist kein Office-Konto zur Teilnahme nötig. Die Umfrage ist zudem vollkommen anonym. 

Hier geht’s zur Umfrage: forms.office.com

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.